Schweineschmalz und Gänseschmalz: Alte Fette neu entdeckt

Schweineschmalz und Gänseschmalz: Alte Fette neu entdeckt

Wenn wir über gesunde Fette sprechen, denken viele Menschen sofort an pflanzliche Öle wie Oliven- oder Kokosöl.

Interessanterweise sah die Küche früher ganz anders aus. In vielen Haushalten wurde jahrzehntelang ganz selbstverständlich mit tierischen Fetten wie Schweineschmalz oder Gänseschmalz gekocht.

Warum diese Fette lange Zeit aus der modernen Ernährung verschwunden sind – und warum wir sie heute wieder bewusster einsetzen – schauen wir uns in diesem Artikel genauer an.

Wie früher gekocht wurde

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein waren tierische Fette ein ganz normaler Bestandteil der Küche.

Besonders verbreitet waren zum Beispiel:

  • Butter
  • Schweineschmalz
  • Gänseschmalz
  • Rindertalg

Diese Fette wurden verwendet zum:

  • Braten
  • Backen
  • Konservieren von Lebensmitteln

Sie waren regional verfügbar und mussten nicht industriell hergestellt werden.

 

Warum tierische Fette später einen schlechten Ruf bekamen

In den 1950er- und 1960er-Jahren begann sich das Bild zu verändern.

Ein wichtiger Auslöser war die sogenannte Fett-Hypothese, die davon ausging, dass gesättigte Fettsäuren stark mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängen.

Im Zuge dieser Entwicklung wurden tierische Fette zunehmend durch pflanzliche Öle ersetzt.

Besonders verbreitet wurden:

  1. Sonnenblumenöl
  2. Maiskeimöl
  3. Distelöl
  4. Sojaöl

Diese Öle enthalten relativ hohe Mengen an Omega-6-Fettsäuren.

 

Das Problem vieler moderner Pflanzenöle

Heute wird in der Ernährungswissenschaft häufig diskutiert, dass moderne Ernährungsweisen ein sehr hohes Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren enthalten.

Viele industrielle Pflanzenöle liefern große Mengen Omega-6.

Diese Öle werden häufig eingesetzt in:

  • Fertigprodukten
  • Snacks
  • industriell hergestellten Backwaren
  • Restaurantküchen

Zudem sind manche dieser Öle relativ empfindlich gegenüber Hitze und Sauerstoff.

Das bedeutet: Beim starken Erhitzen können sich oxidierte Fettverbindungen bilden.

 

Warum wir tierische Fette wieder häufiger verwenden

Für uns persönlich hat sich deshalb ein pragmatischer Ansatz bewährt.

Wir versuchen, möglichst natürliche und stabile Fette zu verwenden, besonders beim Braten.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Butter
  • Kokosöl
  • Olivenöl
  • Schweineschmalz
  • Gänseschmalz

Tierische Fette wie Schmalz enthalten einen relativ hohen Anteil gesättigter und einfach ungesättigter Fettsäuren, die beim Erhitzen stabiler sein können als manche mehrfach ungesättigte Pflanzenöle.

Deshalb eignen sie sich oft gut zum Braten.

 

Geschmack und traditionelle Küche

Neben der Stabilität beim Kochen spielt auch der Geschmack eine Rolle.

Schweineschmalz und Gänseschmalz verleihen vielen Gerichten eine besondere aromatische Note.

In traditionellen Küchen wurden sie beispielsweise verwendet für:

  • Bratkartoffeln
  • Gemüsegerichte
  • Schmorgerichte

Viele dieser traditionellen Zubereitungsweisen geraten heute langsam wieder in den Fokus.

 

Worauf man bei Schmalz achten sollte

Wenn man tierische Fette verwenden möchte, lohnt es sich auf die Qualität zu achten.

Wichtige Punkte sind zum Beispiel:

  • möglichst hochwertige Herkunft
  • Tiere aus guter Haltung
  • möglichst wenig industrielle Verarbeitung

Wie bei allen Lebensmitteln gilt auch hier: Qualität spielt eine große Rolle.

 

Unser Fazit

Für uns gehören traditionelle Fette wie Schweineschmalz oder Gänseschmalz wieder zu einer natürlichen Küche dazu.

Das bedeutet nicht, dass pflanzliche Öle grundsätzlich schlecht sind.

Aber wir achten darauf, welche Fette wir im Alltag verwenden – besonders beim Kochen und Braten.

Eine bewusste Auswahl von Fetten kann helfen, die Ernährung insgesamt ausgewogener zu gestalten.

 

FAQ

Häufige Fragen zu Schmalz und tierischen Fetten

Ist Schweineschmalz ungesund?

Schweineschmalz enthält überwiegend gesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren. Wie bei allen Fetten kommt es auf die Gesamtmenge und die Ernährungsweise insgesamt an.

Kann man mit Schmalz gut braten?

Schmalz ist relativ hitzestabil und wird deshalb traditionell häufig zum Braten verwendet.

Sind pflanzliche Öle grundsätzlich schlechter?

Nein. Auch pflanzliche Öle können wertvolle Fettsäuren enthalten. Entscheidend ist vor allem, welche Öle man verwendet und wie sie verarbeitet werden.

Warum wird heute so viel mit Pflanzenöl gekocht?

Die verstärkte Nutzung pflanzlicher Öle entwickelte sich vor allem im Zuge ernährungswissenschaftlicher Empfehlungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.


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